Die Abzocke mit den Toiletten auf den Bahnhöfen

Sitzt man in Frankfurt in einem Café, so ist es eine Selbstverständlichkeit unentgeltlich die Toiletten für die Notdurft zu benutzen. Gedenkt man als Kunde mit der Deutschen Bahn auf Sie und Ihnen, statt du & du wie die Dörfler von Google es Händeln, von A nach B zu reisen, erträgt mit Geduld die Verspätungen und es meldet sich plötzlich der Darm, dann ist hier und da nicht nur guter Rat teuer.

Die Toiletten in Hanau
Die Toiletten der Deutschen Bahn in Hanau

In ganz Offenbach ist man gänzlich auf verlorenem Posten. Zwar gibt es am S-Bahn Haltepunkt „Marktplatz“ ein Häuschen für die Notdurft (wird nicht von der Bahn betrieben und ist das einzige stille Örtchen), aber da sind schon einige rückwärts rausgegangen. Wenn man es sich verkneifen kann, sich nichts einfangen will, sollte man diese Örtlichkeit meiden. Am Offenbacher Hauptbahnhof selbst ist es besser gelöst, denn da gibt es kein stilles Örtchen, weswegen die frische Luft doch für halbwegs erträgliche Wartezonen an den Bahnsteigen sorgt. Es gibt aber auch hier Ecken, wo man sich besser nicht die 20 Minuten Verspätung in den Bauch steht. Wenn es aber drückt, bleibt nur die Hoffnung auf den Zug und daß dort die Toiletten funktionieren bzw. zugänglich sind.

Die Toiletten auf den Bahnhöfen

In Hanau muß man sich zum Haupteingang außerhalb des Bahnhofs begeben, dort ist die Firma Hering Sanikonzept GmbH, ein Dienstleister für WC-Anlagen im öffentlichen Raum, mit rail & fresh vertreten. Zwei Örtlichkeiten die mit jeweils 1 €uro betreten werden können. Als Dankeschön für den einen Euro bekommt man einen Wert-Bon. Rückblickend war die Örtlichkeit ok, allerdings konnte ich mir das Bon-System nicht genauer anschauen, da der Zug nicht extra auf den Autor* dieser Zeilen wartet. Aber für was gibt es denn das Internet. Hier erzählt die Firma dann auch, was im stillen Örtchen selbst erlesen werden kann, bei welchen Geschäften der Bon gilt. In Hanau ist das die Metzgerei Zeiss, Bäckerei Heberer und McDonalds.

Mehr Geschäfte.Mehr erleben.
Was damit anfangen? Das Bon-System von rail & fresh.
Gute Geschäfte. Mehr erleben.

Nun kan man nicht einfach zum Bäcker gehen und ein Brötchen gegen den Wert-Bon eintauschen. Erst ab einem Einkauf von 2,50 € ist EIN Bon einlösbar. Ich mit meinen zwei Bons, einer ist aus Kassel, kann nicht beim Zeiss ein Frikadellenbrötchen erstehen. Nur einen Bon darf ich pro Einkauf einlösen. Es stellt sich natürlich die Frage, was die Deutsche Bahn sich dabei gedacht hat, denn als Hausherr der Bahnhöfe und Dienstleister sollte man solch Raubrittertum nicht gerade praktizieren oder billigen. Allerdings hat die Deutsche Bahn keinen sonderlich guten Ruf in Sachen Service mit Kunden. Das Wohlfühlambiente findet vielleicht man in den Vorzeigebahnhöfen im Osten der Republik (nein, Stuttgart 21 ist noch nicht fertig), aber nicht hier im weiten Rund. Dazu zählt auch nicht der Frankfurter Hauptbahnhof, wo man von den Bettlern verfolgt wird. Selbst in den Zügen ist man nicht vor ihnen sicher, obwohl die Bahnhofsordnung anderes erzählt.

Ich baue jetzt auf die Frankfurter Messe, die mich hin und wieder anklickt, wo ich dann hoffe noch abends ein Brot beim Bäcker Eifler zu ergattern, damit der Bon vom Tisch kommt, denn zu verschenken habe ich nichts. Schon gar nicht aus Bequemlichkeit. Problem ist dann nur, ich muß ein Zweipfünder kaufen, damit die 2,50 Euro erreicht werden. Ein Zweipfünder ist aber an sich zuviel.

Dem Raubrittertum auf den Toiletten kann man in Zukunft dadurch entgehen, in dem man in einen wartenden Zug steigt. Nur dann darauf achten noch vor der Abfahrt fertig zu werden, wenn der Zug nicht der ist, den man gedenkt zu benutzen. Ansonsten bleibt dann noch die männliche Methode aus dem Offenbacher Hauptbahnhof. Mädels sind dann hier sauber außen vor.