Die Toleranz im Zeichen des Regenbogen

Die überstrapazierte Toleranz
Transgender im Mittelpunkt der Sensationsgier

Medien und Gesellschaft breiten in ausschweifenden Themen das Sein eines Transgender nebst der Homosexualität in heroischen Kapitel aus,

Lippische Landeszeitung
Alkoholisierter Transvestit verweigert Bezahlung im Restaurant

zumindest seit Tom Neuwirths Kunstfigur „Conchita Wurst“ nach Österreich auch Europa erobert hat.

Gesanglich eher Mittelmaß und geschichtlich eine Notgeburt, weil Tom Neuwirth als homosexueller Mann kein Bein auf die Bühne bekommen hat. Überall ist er durchgereicht worden, bis er Conchita erfand. Europa und Deutschland staunte über Österreich Bauklötze. Ein Hype um die Kunstfigur Conchita Wurst entstand. Den Vollbart, nicht nur für die Frau, gab es von der BILD am Montag danach gratis zum ausschneiden. Frau mit Vollbart und Schnippel zwischen Beinen hat Hochkonjunktur, denn wir sind ja doch so tolerant. Bis auf Österreich. Richtig gelesen. Im Land von Conchita Wurst rumort es gewaltig. Jeden Tag flattern Protestnoten über Österreichs Grenzen hinaus in alle Welt, die auch von der Botschaft der fehlenden Toleranz in Teilen der Gesellschaft erzählen.

Stapaziert die Toleranz
Strapaziert die Toleranz in Österreich: Das Plakat zum Life Ball von David LaChapelle

Nur wenige Stunden nach dem umstrittenen Sieg von Conchita Wurst beim Song Contest in Kopenhagen schockierten in Wien die Life Ball Veranstalter mit einem umstrittenen Transgender-Plakat die Stadt Wien. Das Plakat, das für Toleranz werben möchte, präsentiert ein Transgender-Model in einem „Garten der Lüste“ – mit männlichen und weiblichen Geschlechtsteilen. Dass dieses Plakat, das man in Wien überall zu sehen bekommt, anstößig ist, ist den Veranstaltern bewusst. (kath. net)

Etwas drastischer ließt sich das im DerStandard

Entwicklung von Jugendlichen gefährdet

„Die Darstellung einer weiblichen Person sowohl mit weiblichen als auch männlichen Geschlechtsorganen ist geeignet, im Wege assoziativer Wirkung sexuelle Vorstellungen und Eindrücke bei jugendlichen Personen in einem solchen Ausmaß auszulösen, dass deren sittliche und gesundheitliche Entwicklung gefährdet ist“, hieß es in der Sachverhaltsdarstellung.

Hier läßt man, wie schon zu anderen Themen und in einer anderen Zeit, die zu Schützenden außen vor und erst gar nicht zu Wort kommen. Was denken nun Kinder, werden sie mit dem Sein der Transgender konfrontiert? Vice hat ein paar Antworten:

Simon (5): Warum hat die ein Spatzi? Ist die ein Mann oder eine Frau? Ich find’s jedenfalls schön.

Ferdi (8): Es ist ein bisschen komisch. Die Frau ist ja nackt, mir ist das aber egal, dass sie nackt ist, ich hab ja nichts damit zu tun. Ich frag mich nur, was das mit Life Ball zu tun hat.

Anahita (8): ich finde das nicht so komisch. Außerdem kann es ja auch gut sein, dass eine Frau ein Spatzi haben kann. Kann ja auch sein, oder? Außerdem ist es nur ein Bild.

Kinder sehen die Dinge oft entspannter als es die Welt der Erwachsenen wahrhaben will, so auch in Offenbach.

Im KOMM-Center:
Zwei Jungs im Grundschulalter fahren die Rolltreppe hoch, schauen runter, tuschelt der eine zum anderen: „Schau mal, eine Transe.“ Mrs. Hyde blinzelt hoch und die Buben fangen an zu kichern.

Auf dem Spielplatz in Lauterborn
Mrs. Hyde unterwegs ins Ring Center, kommt an einem Spielplatz vorbei. Kinder halten mit ihrem Spiel inne, schauen zu ihr und ihr dann nach. Auf einmal: „Hallo sie da.“ Mrs. Hyde bleibt stehen dreht sich um, vor ihr ein Mädchen. „Sind sie ein Mann oder eine Frau?“ Mrs. Hyde schaut das Mädchen an, lächelt: „Zur Zeit halbe halbe. Dauert noch ein wenig bis die Frau fertig ist.“ Das Mädchen lacht, eilt zu ihrer Gruppe zurück und es platzt aus ihr heraus: „Das ist eine Frau.“


Von der überstrapazierten Toleranz

Werbung für Queer
Werbung

Erwachsene sind oft mit einer doppelten Moral unterwegs, daran wird auch Conchita Wurst nichts ändern, auch wenn alle Medien Europas gegenteiliges am kommenden Wochenende schreiben. Begeistert die Ausrufe, wenn z.B. Gerdas kleine Weltbühne auftaucht, ob im NWZ oder auf der Dippemess. Aber außerhalb der Show sieht die Welt anders aus. Daran tragen die Show-Transen eine Mitschuld. Eine Conchita Wurst alias Tom Neuwirth würde auch in die Manege einer anderen Zeit passen, nebst Gnom, Zwerg, Schlangen- und Elefantenmensch. Tom Neuwirth würde alles tun, um auf der Bühne im Licht zu stehen. Auch eine Olivia Jones ist eine Show-Transe, mit guter Performance. Das muß man wissen. All jene haben wenig mit den Transvestiten und Transsexuellen gemein, die sich im Leben zurechtfinden müssen, weil bei ihnen im inneren einiges anders läuft. Auch unter dem Regenbogen werden jene wenig akzeptiert, oft als Bitch, Schlampe und anders bezeichnet. Hier setzt auch oft im Hirn das Bild Frau mit einem Spatzi andere Bilder frei. Die Blicke der Menschen denen man begegnet, erzählen viele Geschichten. Auch jene, die böse enden können. Toleranz ist eine ziemlich überstrapazierte Forderung in unserer Zeit, mehr ein Marketingprodukt, als denn eine Herzensangelegenheit.

Verlange nie, was du selbst nicht bereit bist zu geben

Nicht mal unter dem Regenbogen sitzen die verschiedenen Gruppierungen friedlich beieinander, tauschen sich aus oder verbringen gemeinsam den Nachmittag im Café Queer. Von den Kampflesben will man ebensowenig wissen, wie von den katholischen Betbrüdern. Frauen verlassen die Männergruppe, da dort thematisch gerne vulgär argumentiert wird. Aber, warum sollte es in Café Queer anders sein, als im Café Liebfrauenberg? Auch der Regenbogen ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und da kann der Deutsche Fußballbund mit dem Hessischen Fußballverband noch so schöne Kampagnen starten, die sich wunderbar an die geschundene Seelen anschmiegen, das alles interessiert die türkische Unterschicht am Spielfeldrand herzlich wenig, weswegen Oberrad 05 nun eine Strafe bezahlen muß. Da braucht es keine Mrs. Hyde mit Offenbacher Fähnchen am Spielfeldrand… Es reicht schon das man deutsch ist.


(Nachdenkpause)


„Aber nicht angemalt kommen“ so die Worte gestern, als es eine Einladung nach Oberrad gab. Der Hinweis auf die Aktion des Hessischen Fußballverband verlief ungehört:

HFV „Vielfalt, Respekt und Fair Play“ Qualitätsstandards

In seiner Satzung und seinen Ordnungen positioniert sich der HFV eindeutig gegen Rassismus und Diskriminierung

Zitat aus der HFV-Satzung unter A „Grundlagen, Zweck, § 1 (2):
Der Hessische Fußball-Verband ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entgegen“.

Natürlich nehme ich Mrs.Hyde mit. Und das bißchen Farbe werden ja wohl gestandene Mannsbilder der ganz harten Sorte ja wohl verkraften, oder nicht?


Noch ein Hinweis zum Schluß:

Der Life Ball wird 2014 zum “Garten der Lüste”

Lustvoll und florierend präsentiert sich das Wiener Rathaus am 31. Mai 2014, wenn sich der Life Ball in seiner 22. Auflage dem Thema „Garten der Lüste“ verschreibt. Als verbindendes Element zwischen den Menschen wird die Lust dabei in ihrer Vielfalt gezeigt und in fantasievollen Gartenszenerien, Insektenwelten und Blütenkulissen zum Leben erweckt. Der Zielsetzung, weitere finanzielle Mittel im Kampf gegen HIV/AIDS zu lukrieren und Flagge für gelebte Solidarität zu hissen, folgt auch der Slogan 2014: „Love is a bloom growing anywhere“. (Life Ball )


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