Ein Lamer namens FONIC

Ob nun Lidl, Aldi oder der Kaffeeröster um die Ecke, sie alle haben nur das Beste im Sinn wenn sie uns im Blick haben. Das gilt besonders für die Zeit abseits der Betätigungsfelder in der Küche, weswegen auch der virtuelle Raum, das Internet, nicht ausgeklammert wird, es zwischen Kartoffeln, Kuschelsocken und Kaffeebohnen DIE LÖSUNG für uns schlechthin gibt: Das Internet aus der Hosentasche.

Das Internet für (fast) alle Ecken Deutschlands ist in einem sogenannten Internetstick untergebracht. Diesen steckt man in den USB-Port eines PC oder Notebook, dann kruschelt es ein wenig und fertig ist die Laube. Aufgeladen wird die tägliche/monatliche Flatrate über die integrierte Sticksoftware. Die Bestätigung das alles ordnungsgemäß gelaufen ist kommt mit einer SMS über den Stick. Problematisch wird es allerdings wenn das Zählwerk bei LIDL/FONIC anfängst zu spinnen.

FONIC – Das ist die Wahrheit

Fonic Datenflat
Das Highspeed-Volumen einer Datenflat entscheidet über Sein oder Nichtsein

Die 5 GByte-Flatrate setzt sich in der Regel aus dem Down- und Uploadstream zusammen. Bis zu den 5 GByte geht es zügig voran. Bei LIDL/FONIC gibt es die Einschränkung, daß man sich am Tag maximal schnelle 500 MByte gönnen darf. Sind es mehr MByte, gibt es eine SMS und es wird ganz dolle gedrosselt, auf unter 1% der gebräuchlichen Geschwindigkeit. Wenn ich nun im Urlaub bin oder den Stick nicht brauche, rein rechnerisch noch gute 4 GByte für einen Tag bis Ende des Tarifmonats zur Verfügung habe, bekomme ich trotzdem nur 500 MByte. Den Rest sackt sich LIDL/FONIC ein. Das ist ein Lama was man bei FONIC mitkauft, ohne es zu wollen (zu erwähnen ist hier wieder die Wahrheit, daß das FONIC-Lama ein Alpaka ist).

Vorkommen kann auch, daß überraschenderweise das monatliche Guthaben an GBytes schon nach 5 Tagen aufgebraucht ist. Es kommt eine sms und Feierabend ist. Was ist zu tun? Man schickt eine SMS über den Stick, dafür ist das System ja da. Nur leider kommt die SMS nicht an, da diese Art der Kommunikation dafür nicht vorgesehen ist. Nun geht man zu LIDL, logisch, denn dort haben wir alles gekauft, kaufen dort auch unseren Bon zum aufladen. Wenn nun plötzlich alle LIDL-Größen im Lager verschwinden, ganz gewissenhaft plötzlich Kartoffeln in Reih‘ und Glied legen, wissen wir, kein Mitarbeiter ist dafür zuständig. Der Filialleiter windet sich wie ein Aal, gibt aber den Tip, doch mal ins Internet zur LIDL-Seite zu gehen. Dafür ist nun aber ein Internetzugang nötig, der die Datenmenge der LIDL-Seite gut verarbeiten kann. Mit der mickrigen unter 1%-Geschwindigkeit heißt es wie vor 20 Jahren als sich die ersten Flashanimationen auf Webseiten zeigten: Es gibt Dinge, die dauern unendlich lange.

Es ist nun nicht so, daß die Reklamation eines Zustandes bei LIDL eine nette runde Sache wird. Bis man an die Stelle kommt, einschließlich der Anmeldungen, wo es dann voran geht, das dauert. Am Ende landet man bei FONIC und schreibt eine Mail an service@fonic.de:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich reklamiere den von ihnen bereitgestellten Internetzugang in Kooperation mit der Firma Lidl.

Meine Sticknummer: 0176xxxxxxx

Am 08. des Monats wurden knapp 15 Euro für 5 GB abgebucht. Am 13. des Monats wurde mir mitgeteilt, daß das monatliche Datenvolumen erreicht ist, weswegen es mit unter 64 kbyte weitergeht. Nachgerechnet: Fünf Tage mal die Tagessperre von 500 MByte ergibt immer noch nicht das monatliche Gesamtvolumen. Der Mobile-Partner-Traffic zählt aktuell einen Verbrauch von 650 MByte. Ich bitte Sie nun das Ungemach zu beseitigen.

Mit freundlichen Grüßen

Da denkt man… aber weit gefehlt. Mit der Bestätigung das die Anfrage eingegangen ist, keimt Hoffnung auf. Aber wie das so ist, es gibt Dinge, die dauern unendlich lange. Nach einer Woche kommt ein Schreiben von FONIC:

Fonic - Trostmail

Leider dauert die Bearbeitung Ihrer Email-Anfrage noch etwas an. Wir bitten Sie deshalb noch um etwas Geduld. Zur Klärung dringender Anfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich auch telefonisch zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Geduld.
Ihr FONIC Team

Den Hinweis auf den telefonischen Support kann man vergessen, denn mit der Stick-Handynummer kann man nur mit erheblichen Aufwand anrufen (Handy kaufen – Karte aus dem Stick raus, ins Handy rein – Anrufen (9 cent /min) – Handy versuchen zu reklamieren). Ansonsten kostet das aus dem eigenen/nicht Fonic-Mobilfunknetz maximal 0,42 €/Min. Am Ende sind die Kosten für den Support die Flat für den Folgemonat. Nach etwas mehr als zwei Wochen kam dann die Entschuldigung mit dem Hinweis, daß man die Geschichte beobachten wird.

Im aktuellen Fall sind nun wieder über zwei Wochen verstrichen. Es kam eine Bestätigungsmail, eine Woche später die obligatorische Trostmail. Nur hat sich diesmal etwas geändert. Ich habe meine Ankündigung in der Reklamation umgesetzt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich reklamiere wiederholt den von ihnen bereitgestellten Internetzugang in Kooperation mit der Firma Lidl. Es ist nicht nachvollziehbar, wie sich das 5 GByte-Volumen zusammensetzt, weswegen heute in der Früh, ohne Vorwarnung, der Durchfluß auf unter 1% gedrosselt wurde. Da dies nicht das erste Mal ist, ich über mein Handy mit meinem Telefonanbieter keinerlei Probleme habe, erwäge ich demnächst 10 Euro draufzulegen, die nette Wahrheit zu publizieren und zum Original zu gehen.

Nun ist die Gemeinschaft aufgekündigt. Als Verbraucher habe ich zeitnah keine Chance bei FONIC. Das was ich bezahlt habe, muß ich mir anderswo zusammensuchen. Da kann ich auch gleich zum Original, zu O2 gehen. Dort gab es auch anfangs große Probleme mit der Software, die automatisch abbucht, macht und tut. Aber in dieser Zeit hat der Support von O2 einen nicht im Regen mit samt Lama stehen lassen, im Gegensatz zu FONIC. Ich zahle lieber ein Klick weiter ein bißchen mehr, bin dort aber als Kunde gut aufgehoben (vom Gefühl her). Mal schauen wann FONIC gedenkt etwas zu dem Vorgang zu erzählen…

Nachtrag am 30.09.2014:

Sehr geehrter Herr …,

wir bitten um Entschuldigung für die verspätete Bearbeitung Ihres Anliegens.
Die Berechnung geht bei dem Tarif „24-h-Flatrate“ sieht folgendermaßen aus: Sie bezahlen 1,99 Euro pro 24 Stunden Nutzung. …

Das ist Fonic „live“. Anderseits kann man das auch verstehen, bei dem Auftritt in der Welt. Ich bin ja dann noch nett zu den Leuten, man kennt das ja aus anderen Regionen… Und alle verstecken sich hinter: Mit freundlichen Grüßen Ihr Fonic-Team

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir reden nicht von einer Tagesflat, sondern von der Monatsflat im August/September, die einfach gekappt wurde. Mittlerweile sind über drei Wochen ins Land gegangen und statt sich dem Problem anzunehmen, kommen sie mit einem Lama an, was keines ist. Das ist die Wahrheit.

Ich bitte Sie nun den Vorgang zu beleuchten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Kunde

Was will man machen. Deutschland steigt sowieso(so) ab…


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