Geschafft. Sonys Walkman mit Genres

Die Walkman-App von Sony (ohne Genres)
Ohne Genres kam die Xperiareihe von Sony mit der Walkman-App in den Handel (hier Xperia T)

Die Genres von Sony hatte ich nun nicht mehr auf dem Schirm. Wie lange habe ich das Xperia T, das James Bond-Einsteigerhandy? Schon lange. Es läuft und läuft und läuft… aber, in Punkto Musik hat Sony seine eigene Philosophie, denn wer braucht in der Musik Genres, wenn die Software alles zusammenstellen kann? Niemand. Doch nun die Rückbesinnung. Der Walkman namens „Musik“ hat nun die Abteilung „Genres“.

SensMe™ meets Genres

Generell ist eine Zusammenstellung albenübergreifender Playlisten nach einem Sound eine nette Geschichte, die auch Überraschungen auf Lager hat. Darüber habe ich im alten Blog geschrieben und erinnere da an die Geschichte von „Dragon“ aus Vangelis‘ Feder. Oder an die Fehlpressung eines Albums von Klaus Schulze. Wichtig ist immer der Inhalt, der Sound, denn danach werden die Songs analysiert, in einer Datenbank gespeichert. Das dauert alles seine Zeit, aber am Ende klickt man „Moondawn“ für eine spacige Nacht und die bekommt man dann auch. Aber gut möglich, daß sich jemand aus dem 18. Jahrhundert im Mondenschein dazugesellt, was unter „Genre“ nie passieren würde. Und je besser die Bibliothek ausgestattet ist, desto aufregender die Playlist. Logisch. Leider sind dazu alle mir bekannten hoffnungsvollen Projekte mittlerweile Vergangenheit. Die Alternativen, die für die Smartphones mit ausgeliefert werden, sind ganz nett, reichen aber nicht an den Primus „Mufin“ auf dem PC heran. Vielleicht gibt es das Ganze mal ausgereift im Stream von irgendeinem Musiksender, aber noch schweigen die Medien dazu.

Die Krux mit den Tags

So bleibt es wieder mal bei der Selbstfindung und der Frage: Wessen Eigenschaft soll das Kind von Roedelius bekommen, denn nur eine Eigenschaft ist im MusicPlayer zulässig.

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    ambient
    krautrock
    electronic
    experimental

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Solange alles im eigenen Hause bleibt, ist es ok. Aber sobald ein Außenstehender sich der Sache bedient, beziehungsweise Hand anlegt, treten Probleme auf. Schon hier die Definition „Krautrock“ bei diesem Titel wirft einige Fragen auf. Aber dies nur mal so am Rande angemerkt.

Xperia-Widget zu den Genres
Das Xperia-Widget mit „Klick“ zum Genre
Sony ist mit der Bewertung seines Musiplayers im Play Store ganz schön abgeschmiert. Der Negativtrend fing an, als es den Walkman als App nicht mehr gab, statt dessen das Ganze sich „Musik“ nannte. Ganz große Kunst. Die letzten Schimpfkanonaden bekam Sony, als sich da ein nettes Mädel im „Header“ zeigte… Heute ist es ein Plattenspieler, der ganz neutral dem Vinyl huldigt. Und nun nehme ich an, daß mit „Genre“ verlorener Boden gut gemacht werden soll, was nicht einfach werden dürfte, ich da so meine Zweifel habe, denn unter Genre ist die Auswahl eines Albums nicht möglich.

Was soll die Auswahl „Genre“ können? Zumindest doch die Alben auflisten. Das kann die Musik-App nicht. Hier kann man nur dem Alphabet nach die Tracks abspielen oder alles dem Zufall überlassen. Vielleicht deswegen die lange Abstinenz des Genre in der Sony-App. Keiner weiß mit Genre wirklich etwas anzufangen. Es macht aber auch keinen Sinn Meilensteine der Musik wie „Chill Out“ von KLF oder „Koyaanisqatsi“ von Philip Glass vom Handy zu verbannen, wenn Sony den Taktstock schwingt. Oder hat wer Lust einen Klangfetzen von Pink Floyd im Shuffle-Modus aus dem Album „The Wall“ serviert zu bekommen? Bleibt wieder nur im Vorfeld selbst Hand anzulegen, soll die Musik-App bleiben.

Und Hand anlegen muß man sowieso, da es schon bei einer DCD problematisch wird, wenn wie gewohnt am PC vorgegangen wird, das Ganz dann so auf dem Smartphone landet, denn ein nachträgliches editieren ist nur bedingt möglich und sehr zeitaufwendig, gegenüber dem PC. Beispiel „The Wall“ von Pink Floyd. Nach dem dem ersten Song von CD 1 kommt nicht Song 2 von CD 1, sondern Song 1 von CD 2. Das ist natürlich der Garaus für jede Music-App. Wenn unter „Ordner“ das Ganze richtig abläuft, weil 2-01 erst hinter 1-13 kommt, unter Alben aber genanntes Szenario auftritt, dann ist das wenig erbaulich. Aber was tut man nicht alles für Sony und seine Walkman-App, die ein Klick weiter „Musik“ heißt.

Mein System hat sich für die Zwecke mit der Musik-App wecke bewährt: foobar2000 spielt die amtliche Partion ab, Sony bekommt seine eigenes Eckchen, wo dann TEE mit 24 Titel hintereinander gelistet ist, statt 2×12 Titel. Und da Erbsen nicht gleich Erbsen sind, springt dann SensMe™ für die gehobenen Ansprüche ein. Dann gibt es eventuell einen Zungenschnalzer – beim shufflen.
Shuffle Folder or Shuffle Album?

It’s Music. It’s Sony.

Nachtrag vom 26.06.2015: Auf dem Xperia T ist die Version 9.1.10.A.0.0 mit SensMe anzutreffen, in der Version 9.1.11.A.0.2 auf dem Xperia Z3c nicht mehr. Sollen’s die Musik-App behalten.

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