Pimp my Firefox (unter Windows XP)

Windows XP ist nicht totzukriegen, zumindest nicht so schnell. In vielen Bereichen verrichtet es noch brav die Aufgaben die dem Betriebssystem zugeteilt wurden. Auch hier im Bunker läuft XP auf dem Rechner. Irgendwann ist aber auch auf dem Rechner Feierabend, denn die Welt bleibt deswegen in der Entwicklung nicht stehen. Man müßte, wie Microsoft, die Konsequenz ziehen und ein Cut vollziehen. Statt jedes Update aufzuspielen, alle Updatefunktionen ausknipsen und mit dem Stand Mai 2015 alt werden, denn damit läßt es sich noch eine Weile leben, wenn man weiß, was man tut. Auf gewisse Dinge muß man aber, bedingt durch die steigenden Anforderungen an die Technik, eben verzichten. So sollte jeder seine Gewohnheiten analysieren und dementsprechend handeln.

Firefox 38
Hier kann die Hardwarebeschleunigung abgewählt werden

Pimp my Firefox

Mit der Firefox-Version 38 gab es wieder eine Klagewelle der Langsamkeit unter Firefox. Das betraf einige Systeme. Kurze Zeit später wurden mit der Version 38.0.1 teils kritische Bugs behoben. Mittlerweile ist aber auch die Losung raus, den Grafikkartentreiber des Computers upzudaten, da es „erst“ Anfang Juni ein Pflaster für die Wehwehchen geben soll. Einhergehend damit weiß man, daß das einiges an Aufwand bedeuten kann, soll der Treiber gewechselt werden. Deswegen erst einmal die schnelle und einfachere Variante ausprobieren.
In Firefox finden wir unter dem Menüpunkt Extras oder in der Leiste unter Menü öffnen (drei kleine Querstriche) die nun notwendigen Einstellungen. Dort gibt es die Abteilung Erweitert. Da es in diesem Fall ein Problem mit der Grafikkarte ist, wird einfach der Haken bei Hardwarebeschleunigung entfernt und Firefox neu gestartet. Merke: Ist keine Hardwarebeschleunigung aktiv, wird auch nicht die Grafikkarte zum besseren Handling der Webseite angefordert. Nebst dem Streaming Media betrifft es auch WebGL. Hier nun nachfolgende Links anklicken um ein bißchen, oder auch länger, zu spielen.
WebGL Demo Example: WebGL Rubik’s Cube
Weitere Tests: WebGL Demos

Gerätemanager
Der Gerätemanager zeigt auf, welche Hardware (Grafikkarte) verbaut wurde
Nichtsdestotrotz sollte man mal nach den Treibern der Grafikkarte schauen. Welche Grafikkarte hat man? Unter WinXP klickt man mit dem Rechtsklick der Maus auf Arbeitsplatz und es öffnen sich die Systemeigenschaften. Dort befindet sich hinter dem MenüHardware der Gerätemanager, der uns nun erzählt was so am werkeln ist. Und je betagter das Gerät ist, desto größer die Chance, daß man doch nicht den aktuellen letzten Grafiktreiber installiert hat… In meinem Fall ist ein mehr an NVIDA-Power nicht mehr zu bekommen. Nach bald 10 Jahren nagt nun so langsam der Zahn der Zeit am System. Will ich mehr, muß eine andere Grafikkarte eingebaut oder aber auf Ersatztreiber ausgewichen und auf ein mehr an Komfort verzichtet werden. Während man auf einem PC die betagte Grafikkarte austauschen kann, sieht das auf einem Notebook ein wenig anders aus. Da sollte man ohne fundierte Kenntnisse und Können gar nicht erst daran denken die Hardware auszutauschen. Für diese Systeme und jene der Marke „Exot“ oder „uralt“ kommen nun die generischen Treiber ins Spiel.

Erläuterung

Ein generischer Treiber ist ein Treiber, der nicht auf ein ganz spezielles Gerät zugeschnitten ist. Vielmehr vermag ein solcher Treiber eine ganze Klasse von Geräten anzusprechen, z. B. verschiedene PostScript-Drucker. Generische Treiber werden hauptsächlich dann eingesetzt, wenn es zu bestimmten Geräten keine speziellen Treiber gibt. (Universal-Lexikon)

Generische Grafikkartentreiber für IntelAMD/ATINVIDA

Vorsicht! Ein neuer Chiptreiber kann auch neue Fehler enthalten, die erst bei der übernächsten Generation wieder bereinigt werden. Die Kartenhersteller führen daher eigene Tests durch und übernehmen nicht jede neue Treiberversion vom Chipentwickler, sondern bringen ihre Software in größeren Abständen und mit Zeitverzögerung auf den neusten Stand. (Quelle heise/c’t)

Deswegen sollte man vorher abwägen, ob die Geschichte mit den generischen Treiber das Risiko wert ist, denn es gilt noch folgende Punkte abzuarbeiten:
Wie ist das Verhalten von Firefox im abgesichert Modus?
Tritt gleiches Verhalten auch in einem neuen Profil auf?
Wie ist das Verhalten mit einem anderen Browser, z.B. Google Chrome?

Und keine Scheu vor einem Wechsel. GooZilla ist nicht der Nabel der Welt und andere Mütter haben auch… zumindest Gardinen vor den Fenstern. ;-)

Das ist schon eine ganze Menge, was gemacht werden kann, um einem Problem den Garaus zu machen. Aber wir sind noch nicht fertig.

Add-ons

Firefox Menü
Über die kleinen Querbalken hat man einen schnellen Zugriff auf das Wichtigste im Firefox
Auch wenn ich kürzlich die Erfahrung in einer Diskussion gemacht habe, daß mancher Internet-Nutzer der Meinung ist, daß es nun absolut nicht nötig ist zu wissen, wie der Cache eines Browsers geleert wird, stehe ich weiterhin auf dem Standpunkt: Das Nötigste sollte man wissen und das ist das, was sich hinter den drei kleinen Querbalken verbirgt. Noch besser, wenn man weiß, was z.B. Firefox in der Menüleiste (Taste „alt“ drücken) von Datei bis Hilfe auflistet. Man muß es nicht runterbeten, aber man sollte wissen wo man fündig werden kann. Und wie schon angerissen, sind die Einstellungen ganz wichtig. Dort kann man nicht nur die Startseite einstellen, den Cache leeren oder den Websites mitteilen, doch einen nicht ständig zu verfolgen, dort kann man auch die Hardwarebeschleunigung an- und ausschalten. Nicht weniger wichtig ist der Klick auf die in der Nachbarschaft liegenden Add-ons.
Speicherverbrauch add-ons
Was verbrauchen die add-ons in Firefox?
Und auch hier steckt oftmals der Teufel in einer Erweiterung. Auch wenn jahrelang GooZilla die unglaubliche Flexibilität des Browsers in die Schlacht um die Nutzer warf und nicht müde wird dies noch zu tun, im Hinterzimmer reift nach und nach die Erkenntnis heran: Viele Köche, in diesem Fall „Erweiterungen“, verderben den Brei und geben der Langsamkeit des Firefox d reichlich Nahrung. Auf der Suche nach Ressourcenfresser hilft die Erweiterung about:addons-memory. Sie zeigt über den Daumen gepeilt auf, ob alles ok ist. Generell gilt aber: Weniger ist mehr, da Firefox an sich schon genug anschleppt und GooZilla nicht müde wird, noch mehr unnötigen Kram an die Wände zu pappen. Und wenn man für jeden „Strich in der Landschaft“ eine Erweiterung/Feature braucht, so muß man damit leben, daß es unter Umständen mehr Kaffeepausen während einer Firefox-Sitzung gibt.

about:config

about:config
about:config in der Adresszeile öffnet den Schaltraum des Firefox

Oft vergessen, aber immer noch ein Pfund in der Schlacht um der Langsamkeit des Firefox zu entkommen, sind die Modifikationen unter about:config. Diese Einstellungsmöglichkeiten sind aber nur für Nutzer geeignet, die mit der Materie „Firefox“ vertraut sind. Sollte ein Eintrag nicht vorhanden sein, dann Rechtsklick –> Neu –> Integer / Boolean

Firefox Speicherverbrauch reduzieren
Die Klagen der Nutzer, Firefox würde sich weit mehr als 1 GByte RAM einverleiben, sind hier und da unüberhörbar. Auch hiesiger Rechner war schon bei 1,2 GByte angekommen und die Kaffeepause nahm kein Ende… Wenn ich wie jetzt in diesem Moment mit WordPress den Beitrag schreibe, recherchiere, Grafiken dazu herrichte, dann ist eben mehr am laufen als nur der Browser. Womit man vor vielen Jahren noch um die Welt reisen konnte, reicht heute kaum noch um über den Main von Hibbdebach nach Dribbdebach zu schippern. Aber aus einem Ruderboot kann man ein Drachenboot basteln. Und dann geht es richtig ab. B-)

Eine Maßnahme:

browser.cache.memory.capacity modifizieren

Hier muß man das Herzstück des Rechners auslesen und den entsprechender Wert aus Tabelle in die Zeile von about:config eintragen. In meinem Fall sind das bei 1,5 GByte RAM -> 18432.

Eine weitere Maßnahme war in einer anderen Zeit von Firefox
conifg.trim_on_minimize -> true

Infobereich
Schickt man Firefox minimiert in den Tray, gibt es Luft.

Hier wird Firefox veranlaßt, beim minimieren in den Systemtray, nicht benutzten RAM für andere Anwendungen freizugeben. Dazu braucht man nun die Erweiterung MinimizeToTray revived, nicht mehr obigen Eintag. Kontrollieren kann man das mit den Aufruf des Taskmanager über den gleichzeitigen Druck auf die Tasten Strg + Alt + Entf. Immer gugge…

Anzahl der Seiten in der Sessionhistory
browser.sessionhistory.max_total_viewers -> 0
Hier muß man seine Arbeitsweise analysieren und den Wert entsprechend eintragen. Der Eintrag 0 bewirkt, daß keine Seite ohne Nachladen über den Zurückpfeil aufgerufen werden kann. Die Zahl 10 hingegen bewirkt, daß die letzten 10 Seiten im Cache des Firefox bereit liegen und abgerufen werden können.

Unter dem Stichwort Pipelining, für das Laden der Seiten aus dem Internet, ist auch einiges machbar.

network.http.pipelining -> true
network.http.pipelining.ssl -> true
network.http.proxy.pipelining -> true
network.http.pipelining.max-optimistic-requests -> (Standard ist 4… eventuell auf 8 erhöhen, ausprobieren)

Das sind so die Dinge, die man mal ausprobieren sollte. Merke aber: Bei einem neuen Profil müssen diese Einstellungen wieder vorgenommen werden, da der dortige Schaltschrank wieder jener ist, den Mozilla mit seinen Einstellungen ausliefert. Das vergißt man gerne, wenn ein neues Profil erstellt wird ().

Mit all diesen kleinen Modifikationen kann ich mich in Ruhe auf einen Systemwechsel vorbereiten. Denn eines ist auch klar, irgendwann ist Schluß. Und dann kann Linux mich durch den Internetalltag mit Browser X begleiten. Firefox wird es definitiv dann nicht mehr sein, denn was sich unter „Innovationen“ aus dem Hause Mozilla ankündigt, ist letztendlich eine fette Kalorienbombe, mehr nicht. Aber: Weniger ist mehr. Fremd ist mir dann das Linux-System mit seinen Eigenheiten/Besonderheiten nicht, da seit geraumer Zeit schon auf dem Notebook Linux werkelt, Windows 7 mit Firefox 38 in den Ruhestand geschickt wurde. Da war dann nicht mehr viel zu wollen mit: Pimp my Firefox

Letzte Anpassung am 04.06.2015: letzter Absatz Link hinzugefügt (Firefox 38.0.5)

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