Telefonieren mit WhatsApp. Teurer Spaß?

Telefon WhatsApp
Telefongbühren fallen mit der WhatsApp nicht an

Die heutige Kurzgeschichte ist wieder ein Beweis dafür, wie etwas von den Medien aufgebauscht wird, weil diese selber im Blindflug durch das WWW trudeln. Und so wird aus Nichts, was seit der Erfindung der begrenzten Flat gang und gäbe ist, eine Besonderheit, weil WhatsApp nun Internet Call kann. Und am Ende ist Google schuld, da die Suchmaschine jeden Mist verbreitet und keine Qualitätsprüfung vornimmt.

Da saßen wir in trauter Runde zusammen, kommt das Gespräch auf WhatsApp, die freigeschaltete Internettelefonie und auf einmal der Hinweis:

Telefonieren mit WhatsApp kann teuer werden…

Nicht genaues kam auf Nachfrage, sondern nur:

„Hat der und der erzählt. Man muß da aufpassen.“

Das ist in etwa so – wie kürzlich – als der Hinweis auf die Pressefreiheit alle Rechte des Einzelnen ausknipste, weil wer beim Hessischen Rundfunk im Keller die Akten von A nach B versetzt, und der das weiß. So auch da.

Man bohrt dann tiefer, bringt Ähnlichkeiten ins Spiel, verweist auf Skype, da dort das gleiche System zum tragen kommt, vergebens. Skype ist Microsoft, und WhatsApp ist Facebook – zwei verschiedene paar Schuhe. Und lunzt man medial um die Ecke, denn irgendwo müssen die Leute ja das herhaben, WAZ, Bravo und der Express aus Köln rennen vorneweg. Der Rest erklärt sich dann von selbst. Den Quailitätsjournalismus sucht man hier vergebens.

WhatsApp Call – auch für den Angerufenen kann’s teuer werden (WAZ)

Lange Rede, kurzer Sinn: Facebook hat mit WhatsApp das Rad nicht neu erfunden. Viper, Line und auch Skype sind schon länger im Geschäft der Internettelefonie. Das was da groß aufgebauscht wird, ist gang und gäbe, wenn irgendwas in einem begrenzten Rahmen zur Verfügung gestellt wird, dieses aufgebraucht und neu aufgeladen werden soll. Habe ich eine monatliche 500 MByte Datenflat mit Turbo und diese ist dann nach drei Wochen aufgebraucht, so wird das Internet auf unter 1% der bisherigen Geschwindigkeit gedrosselt. Da dies ja kein Spaß macht, kommt die Telefongesellschaft, lächelt, und bietet 500 MByte für kleine 5 €uro an, damit die Langsamkeit des Seins ein Ende hat.

Nun kann man wieder… Und darum geht es. Das betrifft aber nicht nur WhatsApp. Wenn ich eine Stunde meine News mit Flipbord oder Feedly lese, entsprechende Seiten aufrufe, dann verbrauche ich mehr Datenvolumen, als eine Stunde Quasselei mit WhatsApp oder Viper. So gesehen sind die News richtig teuer – nach der Sichtweise der lärmenden Medien. Gar nicht anfangen nachzudenken sollte wer, der sich Filmchen auf dem Smartphone anschaut, ob Neuigkeiten, Sport oder nackte Tatsachen. Aber all dies betrifft das Internet nur über die mobile Datenübertragung, nicht über WLAN. Habe ich eine monatliche mobile >2-Gigabyte-Datenflat, dann juckt mich das auch recht wenig: Gib alles (sinngemäß). Einschränkend wirkend können Internettelefonie-Knebel im Vertrag sein.

Um dem ganzen Spuk nun ein Ende zu bereiten, ein paar Tips:

– Generell gilt: Der Materie auf den Grund gehen, die Fakten sich erlesen. Lesen und recherchieren kann jeder, der eine Schule besucht hat.
– In der Regel haben die Betriebssysteme der Smartphones ein Zählwerk an Bord. Dort kann man nachschauen, welche App sich wieviel von dem Datenstrom genehmigt. Als Alternative gibt es in den Stores Apps dazu. Für Android ist 3G Watchdog – Data Usage eine gute Wahl. Und dann kann man das für sich testen, weiß dann was Sache ist und dementsprechend agieren. Wenn natürlich alles am Smartphone am rödeln ist, die Synchronisation warm läuft, dann muß man sich nicht wundern. Eine Stunde Internettelefonie fällt da nicht ins Gewicht.

Merke: Alles was ich über das mobile Internet beziehe und abgebe, geht von meinem Volumen ab. Bilder in die Cloud, zum Nachbarn über WhatsApp ebenso, wie ein angenommenes Gespräch oder ein bereitgestelltes Bild zum download über einen Messenger.

Aber das wißt ihr ja selber, ne? Schönen Sonntag noch. :-)

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