Unter den Montagsmaler_innen in Kassel

Lange Zeit war es still im Kirchweg 13 in Kassel. Kaum einer erinnerte sich an die Zeit, wo es einen regen Betrieb in der Künstlerwerkstatt gab. Doch dann kamen die Rauhnächte. Man registrierte daß sich hinter den Vorhängen etwas tut. Abends brannte Licht, das wohlige Wärme signalisierte. Tagsüber sah man öfters eine Frau mit Materialien und Werkzeug den Kirchweg entlangkommen und in der Künstlerwerkstatt verschwinden. Eines Tages hing ein Flyer an der Scheibe:

Am Montag den 15. Januar starten die Montagsmaler_innen

Freies Malen am Vormittag
Am Montag sind alle Montagsmaler_innen in meiner Praxis willkommen. Einfach mal so in die Praxis kommen, Kaffee trinken, Kekse essen, Gleichgesinnte treffen und malen, wonach Dir gerade ist. Es wird nichts vorgegeben, es wird nichts bewertet. Alles, was entsteht ist richtig so!
Die Materialien stehen zur Verfügung. Leinwände können selbst mitgebracht oder vor Ort erworben werden. Unkostenbeitrag für Kaffee, Kekse, Zeit und Material nach Selbsteinschätzung.

Die Montagsmaler_innen aktiv
Susanne hält die Ergebnisse der Montagsmaler_innen fest (Klickbild)

Das machte bis Frankfurt die Runde. Gut, ich gebe zu vorab informiert gewesen zu sein, denn ich durfte dort in der Praxis meine ersten Rauhnächte gestalten, Tee trinken und mich auf den Weg zu mir vorbereiten. Es ein Ort wo die Zeit sehr schnell vergeht, sie aber doch für eine Zeitspanne inne hält, man die Gewißheit erhält: Ich bin angekommen und gut aufgehoben.

Montagsbild: Sehnsucht
Mein Montagsbild “Sehnsucht” bei den Montagsmaler_innen (Klickbild)

Nun, das Eine ist die eine Geschichte, doch wie ist es wenn mehrere Montagsmaler_innen den Raum beleben und anfangen sich über den Pinsel auszudrücken? Wann habe ich das letzte Mal einen Pinsel in der Hand gehalten, auf Leinwand ihn mit Farben tanzen lassen? Das ist schon sehr, sehr lange her. Das Malen ist seit der Pubertät verloren gegangen, wurde erst kürzlich durch Susanne wieder zum Leben erweckt. Zaghaft waren die ersten “Gehversuche”, doch an dem besagten Montag war es soweit, ich wieder bereit Geschichten auf der Leinwand zu erzählen. Das Thema nur vage im Kopf, und beim “erzählen” habe ich eine für mich neue Maltechnik entdeckt. Die werde ich, so denke ich, beibehalten, verfeinern und vielleicht sogar mit anderen Techniken kombinieren.

Das Innehalten der Zeit

Das Montagsmalen geht im Kirchweg von 10 Uhr bis 12 Uhr. Aber eher man sich versieht schlägt die Kirchturmuhr 12 und das Montagsmalen ist vorbei. An zwei Montagen ist obiges Bild entstanden. Zeit sollte beim freien Malen aber keine Rolle spielen. Kaffee und Kekse laden zum kurzen Plausch mit den Mitmaler_innen ein, weswegen dann die eine oder andere Kaffeepause eingelegt wird. Dabei begutachtet man den Werdegang der unterschiedlichen Bildern, lauscht den Interpretationen, bekommt mit des Künstlers Augen einen neuen Blickwinkel auf das entstehende Bild.
Festgestellt habe ich, daß ich in den Praxisräumen von Susanne viel eher zu mir finde, anfange zu malen, als es mir Zuhause gelingt. Wir haben in einer kleinen Gruppe darüber geredet und vielleicht liegt es daran, daß mein Anfahrtsweg ja doch recht weit ist und ich alle Zeit der Welt habe, mich auf diese zwei Stunden vorzubereiten. Es stört niemand, vom einmaligen “anklopfen” des Zugbegleiters abgesehen. Zuhause sind es unter anderem vielfältige Aufgaben die warten und erledigt werden müssen. Aber das muß ich auch lernen: Abschalten.

Ein Kasseler Schnäppchen

Unkostenbeitrag für Kaffee, Kekse, Zeit und Material nach Selbsteinschätzung.

Das liest sich gut, birgt aber auch einige “Gefahren”. Hier um das Offenbacher Eck haben Vereinsleute eine derartige Aktion auf anderer Ebene abgebrochen, da das “Spendenaufkommen” nicht einmal im Ansatz die Unkosten deckte. Ich hoffe das dies Susanne in Kassel erspart bleibt, denn das Nassauern ist in gewissen Kreisen und Gesellschaftsschichten ganz hoch im Kurs. Wenn andere das Fehlverhalten der Mitmaler_innen mit großzügigen Spenden auffangen müssen, damit das Angebot halbwegs aufrechterhalten werden kann, dann läuft was falsch. Eine Alternative wäre zu Beginn den Unkostenbeitrag einzufordern und wer will, kann dann noch für die Kaffeekasse etwas spenden. Hoffen wir mal zusammen, daß Susanne etwaige Alternativen nie in Erwägung ziehen muß.

Es sei noch angemerkt, daß in Frankfurt das Ganze um ein vielfaches teurer ist. Wie hat jemand nettes, eine Kollegin von Susanne, aus dem Norden Deutschlands auf facebook geschrieben?
“Susanne, du bist zu preiswert.”

Die Kunsttherapie mit Susanne Langner

Montagsmaler_innen
Das unvollendete Bild
(im Kopf ist das Bild aber schon fertig… / Montagsmaler_innen / Klickbild)
Ausbruch
Der Tanz des Lebens (Ausbruch)
(aus der Kunsttherapie-Gruppe “Wege der Selbstliebe” / Klickbild)



Das Montasgsmalen ist aber nicht alles was Susanne im Angebot hat. Derzeit bin ich in der Kunstherapie-Gruppe “Wege der Selbstliebe” (für Einsteiger_innen). Ich will mich und das entdecken, was noch verborgen ist. Ich spüre, da ist etwas, weiß aber auch nicht, was es ist. Zu was ich in Lage bin, wenn ich den eingeschlagenen Weg gehe und achtsam mit mir umgehe, lerne meine innere Sprache zu verstehen, das kann ich nur erahnen. Ein Seelenwink den ich angenommen habe: “Körperbilder” – meditativer Malworkshop für Frauen. Vielleicht gelingt es mir auf diesem Weg das Innerste vom Mann zur Frau zu mir zu finden.

Ich hoffe mit Susanne.

weiterführende Links:
Kunsttherapie Susanne Langner (Kassel)
Ausdruckswege
und die facebook-Seite von Susanne Langner mit ganz vielen Montagsmaler_innenbildern. :-)

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