Viren auf dem Smartphone

Verlorenes Handy finden
Google findet mein Handy

Gibt es sie, oder gibt es sie nicht, die Invasion der Viren in Richtung Android-Betriebssystem? Es gibt sie, aber längst nicht in dem Ausmaß wie es gerne an die Wand gemalt wird. Vor allem sind ohne zutun des Benutzers die meißten Schadprogramme wirkungslos. Diese müssen erst durch einen Klick auf einen Link z.B. in der sms, aktiviert werden.

Es gilt aber, wie schon zu Zeiten des goldenen Bodens im deutschen Handwerk, wer mißt mißt Mist.

Die Hersteller von Antivirenprogrammen sind oft recht großzügig im bewerten der Apps. So werden auch Apps als schädlich eingestuft, die sich gerne einen größeren Schluck aus der Pulle „Rechte“ genehmigen. Auch Apps die mit Werbung recht locker umgehen, wandern ins schlechte Töpfchen. Man kann es verstehen, aber wie das so ist… ein Drittel der Apps in dem und dem Store sind verseucht. Das ist viel, aber draufgedeutet wird nicht, wie kürzlich, wo wieder so eine Meldung die Runde machte. „Aus Sicherheitsgründen…“ Die Folge ist dann, daß man nur noch müde abwinkt. Bei den Zeitschriften im Handel, die vorgeben das Beste für den Leser zu wollen, erfährt man auch nichts. Sie geben nur zum besten, daß nach Angaben von…. mehr erzählen auch sie nicht. Sie können auch nichts erzählen, wie ich auch, weil keine eigene Überprüfung stattfindet. Gleiches gilt auch für den größten Teil jener, die entsprechende Virenjäger bewerten. Hier ist gut möglich, daß man sich von bester App zu bester App hangelt. Hier und da wird von den Nutzern einer solchen App noch angeführt, daß Testviren zum Einsatz kamen. Wenn z.B. Autoren der c’t dies in ihren Bericht erwähnen, ist dies eine andere Geschichte, als wenn ein Google-Nutzer zu besten gibt:

Super Ich finde diese App super. Sie entdeckt Viren sofort und hat noch viele andere, nützliche Funktionen.

Die Bewertungen in Form von Sternchen relativiert sich ganz schnell, wenn wer bekundet:

Echt Hammer! Ist einfach nur ein richtig gute App .Die dank der App konnte ich viele Vieren betroffene apps löschen.

Bleibt so ein Gedanke in Richtung Google-Nutzer: Ein armes Leben in den Seuchengebieten, worunter auch die deutsche Sprache leidet.

Natürlich wollen die Hersteller von Antiviren-Programme (folgend abgekürzt: AV-App) ihre Produkte an den Mann/die Frau bringen, weswegen sie vielleicht recht großzügig die Bewertungen der einzelnen Apps vornehmen. Ich habe z.B. kürzlich von einer AV-App den Hinweis bekommen, daß die App aggressive Werbung beinhaltet. Vorschlag: löschen. Die AV-App weiß aber nicht, daß dieser App der Zugang zur Außenwelt verschlossen ist. Bedeutet, daß auch keine Werbung zu sehen ist. Aufgrund dessen kann ich der AV-App nun mitteilen, mir diese Warnung nicht mehr unter die Nase zu halten. Ich muß eben daran denken, daß da… Es ist gut, daß die AV-App darauf hinweist, denn die meißten Smartphonenutzer sind nicht mal mit ihrem Handy per du. Das fängt schon damit an, daß wenn WhatsApp bimmelt und mit einem Wischeffekt das Wetterwidget ins Nirwana verschwindet, daß dann große Fragezeichen im Raum stehen… Was nun? :unsure:
Ganz einfach: In den Himmel gucken und simsen. :-)

Auch herrscht oft Verwirrung über die Rechte, die sich Apps genehmigen. Ob nun zu Recht oder nicht, sei mal dahingestellt. Ein AV-App listet alle Rechte der installierten Apps fein säuberlich auf, was lobenswert ist. Mehr ist aber nicht. Man kann nun nicht einer App einzelne Rechte entziehen, weil man der Meinung ist, diese App braucht den Zugriff darauf nicht. Klassisches Beispiel ist die Taschenlampe, die SMS, Mails und das Adreßbuch braucht, um den User heimzuleuchten. Man kann zwar mit Eingriffen in das Betriebssystem den Apps auf die Finger klopfen, aber das überfordert die ganz große Mehrheit der Nutzer. Man kann aber die Hinweise der AV-App nutzen, um nach alternativen Apps Ausschau zu halten, die Taschenlampe fristlos entlassen. Es lohnt sich schon sich mit den einzelnen Rechten zu befassen, die eine App beansprucht. Wenn man natürlich sich nicht mit dem Programm beschäftigt dann kommt z.B. so etwas gerne zu tage:

Wozu braucht ein anti viren Programm vollen zugriff auf meine kamera? Kann mir das bitte mal jmd erklären? Ich mache mich definitiv auf die suche nach Alternativen , dies wird dir reinste Spionage Software

Ich liebe ja das Google-Gestammel.

Man kennt doch aber die Geschichte aus dem Apple-Land, wo der Dieb grinsend in die Kamera schaut. Nicht lange danach bekam er Besuch, der ursprüngliche Besitzer sein iPhone zurück. Man muß natürlich lesen, was die einzelnen Apps an Funktionen bereitstellen und dann mit den genehmigten Rechten vergleichen.

Wie viele AV-Apps bietet auch seit einiger Zeit Google mit dem Android Geräte-Manager an, sein verlorenes Handy aufzufinden. Diese Art such&find funktioniert allerdings nur, wenn der Finder technisch nix auf dem Kasten hat. Das ist wie mit allem: Firma baut großen Zaun ums Anwesen, die Polen kommen aber mit dem Kran (siehe Ostdeutschland vs. Polen). So auch hier wie überall: Internet aus, Handy stumm.

Im Android-System gibt es unter dem Menüpunkt Sicherheit die Möglichkeit Apps aus fremden/unbekannten Quellen zu installieren. Wenn man diesen Menüpunkt nicht aktiviert, die Apps nur von Googles Play-Store bezieht, dann braucht es (noch) keine AV-App. Der Prozentsatz der Apps aus Google Play, die wirklichen Schaden anrichten, liegt laut Quartz-Blog unter 0,001%. Google selbst bietet über das Android-System bei Installationen einer App aus fremden/unbekannten Quellen an, diese auf Schadcode hin zu untersuchen. Man kann also getrost die teilweise praktizierte Panikmache in den Medien wieder vergessen, wenn man die einfachsten Dinge beherzigt. Und wenn nun einer kommt und meint, dann stellt die Frage:

Welche Antivirenwerkstatt hat es noch nicht geschafft, Windows abzuschießen?

Ich warte übrigens heute noch auf den Hinweis der Frankfurter Rundschau (FR), wie ich an mein Geld komme, daß seinerzeit McAfee seinen Kunden anbot, als das AV-Programm Windows lahmlegte, dies der FR eine Titelstory wert war. McAfee war/ist nicht allein, und McAfee ist auch nicht die erste Firma die es erwischt hat. Ich will damit sagen, einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Man kann aber gemäß seiner Gewohnheiten, diesen maximieren/optimieren und da können die Virenjäger, mit denen man auf du und du sein sollte (lesen bildet), einem hilfreich zur Seite stehen. (rü)

Nachtrag 25.10.2013:

Viren auf dem Rechner
Sicherheitsbericht für die letzten 30 Tage von avast!

In Anbetracht der Meldungen über Viren und anderes Ungemach, fällt doch das Ergebnis gut aus.

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